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Renditen am Aktienmarkt: Illusion oder Wirklichkeit?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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Renditen am Aktienmarkt: Illusion oder Wirklichkeit?

Historische Bewertung der Unternehmen des S&P 500

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Die Bewertung eines Unternehmens wird häufig durch das Kurs-Gewinn-Verhältnis ausgedrückt, im Folgenden kurz KGV. Das KGV errechnet sich, indem man den Kurs einer Aktie durch den Gewinn dieser Aktie teilt.

KGV = Aktienkurs / Gewinn

Hat eine Aktie beispielsweise ein KGV von 20, so ist der Kurs 20mal so hoch wie der Unternehmensgewinn pro Aktie. Anders ausgedrückt: bei einem KGV von 20 bezahlt ein Anleger für jeden Euro Gewinn, den das Unternehmen macht, an der Börse 20 Euro.

Der Kehrwert des KGV (also 1 geteilt durch KGV) ergibt die aktuelle Gewinnrendite. Ein KGV von 20 entspricht somit einer Gewinnrendite von 5 Prozent (1 geteilt durch 20 = 0,05). Die Gewinne des Unternehmens betragen also 5 Prozent des aktuellen Aktienkurses. Die Gewinnrendite lässt sich in etwa mit der Verzinsung einer Anleihe vergleichen.

Gewinnrendite = 1 / KGV = Gewinn / Aktienkurs

Je höher somit das Kurs-Gewinn-Verhältnis einer Aktie ist, umso teurer ist diese Aktie, desto mehr muss man also für einen Euro Gewinn des Unternehmens an der Börse bezahlen. Umso höher das KGV, um so niedriger praktisch die "Verzinsung" der Aktie.

Die folgende Abbildung zeigt sowohl die relative Veränderung des Kurses des S&P 500 Index sowie die relative Veränderung der Gewinne gegenüber dem Jahr 1945.



Langfristig verlaufen Unternehmensgewinne und Börsenkurse relativ parallel. Es ist aber auch deutlich zu erkennen, dass z.B. in den neunziger Jahren die Börsenkurse deutlich stärker gestiegen sind als die Unternehmensgewinne. In den siebziger Jahren war die Situation genau umgekehrt: die realen Unternehmensgewinne sind deutlich stärker gestiegen als die realen Börsenkurse.

Die Börsenkurse hängen somit nicht nur von den Unternehmensgewinnen ab. In manchen Jahren laufen Unternehmensgewinne und Aktienkurse sogar regelrecht auseinander. Daraus folgt, dass die Anleger bereit sind, in einigen Börsenjahren mal mehr, in anderen Börsenjahren mal weniger pro Dollar Unternehmensgewinn zu bezahlen. In einigen Börsenjahren sind die Aktien also relativ teuer, haben also ein hohes Kurs-Gewinn-Verhältnis, in anderen Börsenjahren sind die Aktien dagegen billiger und haben ein niedriges KGV.

Die folgende Abbildung zeigt, wie sich das KGV des S&P 500 Indexes von 1945 bis 2006 entwickelt hat:



Beispielsweise waren Aktien im Jahr 2001, kurz vor dem Zerplatzen der New-Economy-Blase, mit einem KGV von über 40 im historischen Vergleich sehr teuer. In den späten 70iger Jahren waren Aktien des S&P 500 Indexes dagegen für ein KGV von unter 8 zu haben.

Die Entwicklung der Börsenkurse wird also nicht nur durch die Veränderung der Unternehmensgewinne und der Inflation bestimmt, vielmehr resultieren Kursschwankungen zu großen Teilen auch aus reinen Bewertungsveränderungen der Anleger, die mal mehr, mal weniger pro Euro Unternehmensgewinn zu zahlen bereit sind.

Im nächsten Abschnitt schauen wir uns noch einmal genauer an, wie groß der Einfluss der Bewertung auf die Börsenkurse tatsächlich sein kann.

>> Einluss des KGV auf die Aktienkurse >>



Alle Abschnitte dieses Kapitels
Renditen am Aktienmarkt, Illusion oder Wirklichkeit - Einführung
Inflationsbereinigte Kursentwicklung des S&P 500 Indexes
Gewinnentwicklung der Unternehmen im S&P 500 Index
Historische Bewertung der Unternehmen des S&P 500
Einluss des KGV auf die Aktienkurse
Einfluss von Unternehmensgewinnen, Inflation und Bewertung auf die Börsenkurse



 
 
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